Archiv für die Kategorie „News“

Broadacre City 2.0 – post-fossil

Montag, 17. September 2018
Ausstellungsprojekt im kunsthaus muerz 2018

Im Jahr 1935 präsentierte Frank Lloyd Wright seine Vision der Zukunft der Stadt. Ausgehend von der sich abzeichnenden Motorisierung entwirft er eine gänzlich neue Siedlungsform. In dieser neuen „Stadt“, die ihren Bürgern große individuelle Flächen (broad acres) zugesteht, gibt es kein Zentrum und keine Peripherie, sie ist vielmehr ein Kontinuum aus Landwirtschaft, Industrie und Freizeiteinrichtungen, zusammengehalten von Telekommunikation, Flugverkehr und einem Netz von Infrastrukturkorridoren, in denen Autos und Züge verkehren. Tankstellen und Konsumeinrichtungen bilden die Knotenpunkte des sozialen Austausches.

Inzwischen ist diese Stadtvision weitgehend Wirklichkeit geworden, wenngleich nicht in der von Wright imaginierten Ordnung und Ästhetik. Insbesondere in Europa manifestiert sie sich über weite Strecken als chaotische Überformung vorindustrieller Bestände. Ihre Funktionsweise und ihre Gestaltung induzieren immer neue Formen und Maßstäbe der Raumzerstörung. Diese Stadt ist die räumliche Manifestation des fossilen Zeitalters.

Broadacre City 2.0 stellt in den Zustand einer Stadtregion um das Jahr 2050 dar. Bis dahin sind gemäß dem internationalen Klimaabkommen von Paris (2015) 95% der CO2-Emissionen substituiert. Als Grundlage für das Modell dient ein Gebiet im Süden von Graz. Hier gibt es eine Fülle von Nutzungen, Infrastrukturen und Typologien, die mit dem fossilen Wirtschafts- und Lebensmodell verknüpft sind. Nun werden in fünf Teilbereichen neue, post-fossile Lösungen dargestellt.

Ausstellung: 30.6. bis 16.9.2018

kunsthaus muerz

Wiener Straße 35
A-8680 Mürzzuschlag

Installation:

Modell: Broadacre City 2.0 von fiedler.tornquist

Beiträge von Studierenden:

TU Wien – Örtliche Raumplanung
TU Graz – Städtebau
Universität für Bodenkultur – Verkehrswesen
Universität für Bodenkultur – Landschaftsarchitektur

> Oe1 Wissen Aktuell am 13.9.2018

> ORF Science

> Interactive Viewing am 3.9.2018

> Eröffnung am 29.6.2018

> Texte Ausstellung

> Artikel – Architektur & Bauforum

kunsthaus muerz

Architektursommer Graz + Steiermark 2018

> Wright Society

Stadtraum Mureck

Mittwoch, 4. April 2018

Neugestaltung der Straßenräume entlang der B69, Südsteirische Grenz Straße (Landesstraße)

Die Stadt Mureck, in der südlichen Steiermark, an der Grenze zu Slowenien gelegen, besitzt einen gut erhaltenen historischen Stadtkern, in dessen Mitte sich ein großer, angerförmiger Stadtplatz erstreckt, gesäumt von gebietstypischen Bürgerhäusern. Der Ortskern wird in West-Ost-Richtung von der Landesstraße durchquert. Der Verkehr auf dieser Straße ist zum einen beträchtlich, andererseits jedoch nicht so dominierend, dass er eine Verdrängung der Wohnnutzung und des traditionellen Handels bewirkt hätte. Dennoch sind an vielen Punkten Verbesserungen in der Gestaltung des öffentlichen Raums notwendig geworden, einerseits aus Gründen der Sicherheit, anderseits, weil Mureck mit dem Murradweg zunehmend touristisch wahrgenommen wird.

Im Auftrag der Marktgemeinde Mureck und auf Einladung der Forschungsgesellschaft Mobilität Graz (FGM) erstellen fiedler. tornquist Entwürfe für die Neugestaltung mehrerer Bereiche entlang der Ortsdurchfahrt, beginnend mit dem Vorbereich der Schule, über die Kreuzung Eichfelder Straße, Abschnitte des Hauptplatzes, bis zu dessen Ostportal. Die Gestaltungsvorschläge, die auf den Konzepten von FGM basieren, werden nun von der Landesstraßenbehörde weiter bearbeitet.

> weiterführende Links zu öffentlcher Raum, i.A. von Stadtplaungsamt Graz

Graz-Aribonenstraße

Mittwoch, 8. November 2017

Beitrag Gutachterverfahren
September 2017

Der Bebauungsvorschlag stellt die Schaffung eines standortgemäßen öffentlichen Raumes in dem Mittelpunkt aller Abwägungen. Es soll keine „Siedlung“ entstehen, sondern eine Abfolge von „Häusern“, gegliedert in zwei bis drei „Blöcke“. Indem diese bekannten städtischen Raumeinheiten mit ihren typischen Dimensionen entlang der künftigen Ost-West-Durchgänge wahrgenommen werden, entsteht auch der Eindruck von – natürlich autofreien – „Straßen“. Gegenüber der Bahnhofstraße sieht der Vorschlag eine Abwinkelung der Bebauung vor, damit auch hier eine klare Raumbegrenzung entsteht. Mit der klaren Kante gegenüber dem Öffentlichen entsteht auf der anderen Seite – nach Süden und Westen ausgerichtet – ein abgeschirmter Grünraum. Auf Baufeld B gibt es auf dem nördlichen Grundstück einen tiefen, den Häusern vorgelagerten Grünbereich, gegliedert in Privatgärten und öffentliches Grün. Diese Zonierung der Grünbereiche vor den Häusern zieht sich durch das gesamte Projekt. Auch vor den südlich gelegenen Baukörpern auf Baufeld B, als auch vor den Gebäuden im Bereich A gibt es neben dem Weg eine extensiv begrünte,  Zone mit geringem Pflegeaufwand und daran angrenzend, vor den Häusern, einen „Vorgarten“, der von der Hausgemeinschaft nach eigenem Ermessen gestaltet wird. Schließlich, als wesentliche Identifikationspunkte, dienen die Zugänge mit ihren unterschiedlichen Arrangements von Vordach, Baum, Fahrradabstellbox, Abfallnische und Treppenhaus.

Diese Schaffung einer „Straße“ mit vielen „Adressen“ dient natürlich vor allem der Schaffung von fußläufiger Qualität, von der – unter anderem – die Akzeptanz des ÖV-Angebotes abhängt, und damit die Zukunftstauglichkeit. Gleiches gilt natürlich auch für den Fahrradverkehr, der mit der alltagstauglichen und sichtbaren Anordnung der Abstellplätze privilegiert wird.

Foto: Kampits & Gamerith ZT-GmbH

Urban Cable Systems

Sonntag, 1. Oktober 2017

Doppelmayr Urban Solutions

Von Mai 2014 bis April 2017 ist Johannes Fiedler für Doppelmayr Urban Solutions als Architekt und Forschungsleiter tätig. Doppelmayr ist der weltweit größte Hersteller von seilgezogenen Transportsystemen. Urban Solutions befasst sich mit der Entwicklung von Seilbahnen für den öffentlichen Nahverkehr und unterstützt weltweit die Planung um Umsetzung von Projekten, z.B. des Seilbahnnetzes von La Paz (Bolivien). Im Bereich Forschung kooperiert Johannes Fiedler mit Universitäten, Stadtplanern und NGOs zu den Bedingungen der Anwendung von Seilbahnsystemen in Städten. Er betreut akademische Arbeiten, publiziert und trägt zu Konferenzen bei.

> 2016-BAUWELT

Stadt und Verkehr: Wanderausstellung

Freitag, 22. September 2017

Mithilfe einer Förderung des Landes Steiermark werden Plakate der Ausstellung “Stadt und Verkehr” 2013/2014 im kunsthaus muerz als Wanderausstellung reproduziert. Sie kommen bei Schulprojekten und öffentlichen Veranstaltungen zum Einsatz.

22.9.2016 – Graz, Rathaus Foyer

11.9.2016 – Graz, Ferienstrasse (Margaretenbad)

Februar 2017 – BG/BRG Dreihackengasse

22.9.2017 – Graz, Lendplatz

Zur Wechselwirkung zwischen Stadtraumqualität und Mobilitätsverhalten

Das Zusammenwirken zwischen den statischen und den dynamischen Elementen von Stadt – zwischen Haus und Straße – ist geprägt von gegenseitiger Belebung, aber auch von Reibung. In den traditionellen Gesellschaften – bis in das frühe 20. Jahrhundert hinein – war die Straße immer ein begehrter sozialer Raum. Läden, Wohnungen, Fassaden, Eingänge orientierten sich zur Straße und wollten dort wahr-genommen  werden. Die Menschen entwickelten Bauformen, die es erlaubten, auf der einen Seite Zugang zum Straßenleben, und auf der anderen ein größtmögliches Maß an Privatheit zu genießen.

Mit der Technisierung des Verkehrs – vor allem durch den massenhaften Einsatz von Autos – begann diese Balance zu kippen und die Straße wurde zunehmend als Bedrohung wahrgenommen. In der Folge wurden Wohngebiete und Verkehrskorridore voneinander getrennt, Handel und Dienstleistungen wanderten in periphere Lagen ab.

Nachdem man erkannt hat, dass diese vermeintlichen Lösungen nur zu noch mehr Verkehr und Umweltbelastung führen, versucht man nun, Wohnen, Arbeiten und Verkehr wieder zusammenzubringen – mit öffentlichen Verkehrsmitteln, neuen Technologien und mit der fußläufigen Ausgestaltung von Stadträumen. Denn man hat erkannt: Straßen dienen nicht nur dem Transport, sondern gleichzeitig dem Zugang und der Begegnung.

PartnerInnen: kunsthaus muerz, Land Steiermark – Abteilung Umwelt und Verkehr

> Stadt und Verkehr in der Ferienstrasse

> Ausstellung im “kunsthaus muerz”

> Kulturvermittlung an Schulen

Gemeindezentrum Söding – St.Johann, Steiermark

Donnerstag, 18. Mai 2017

Beitrag Gutachterverfahren
April 2017

TREVI Geotechnik, Graz

Donnerstag, 6. April 2017

Innenraumgestaltung der neuen Niederlassung in Graz, Herdergasse
Fertigstellung April 2017

Fotos

Wien: Aspern Seestadt

Samstag, 31. Dezember 2016

Aspern Seestadt, 1. Abschnitt (Foto: Walter Schaub-Walzer)

Von 2008 bis 2011 ist Johannes Fiedler als Berater an der Planung und städtebaulichen Umsetzung des ersten Abschnitts des Stadtentwicklungsvorhabens Aspern Seestadt in Wien beteiligt. Tätigkeiten: Adaptierung des Masterplans (Tovatt, 2007), Prozesse zur Gestaltung öffentlicher Raum, Mobilität und Baugruppen, Bebauungsbedingungen, Flächenwidmungs- und Bebauungsplanung, Publikationen

Die Instrumente des Städtebaus Vision + Wirklichkeit
Eigentümer/in und Herausgeber/in:
Wien 3420 Aspern Development AG
Magistratsabteilung 18 Stadtentwicklung und Stadtplanung

> Blättern in der Broschüre

> Die Instrumente des Städtebaus

> The Instruments of Urban Design

In Bauwelt 12.2016 schreibt Christian Kühn über die Planungsgeschichte und den aktuellen Stand des Stadtentwicklungsprojektes Aspern Seestadt

> Artikel von Christian Kühn in BAUWELT

> Aspern Seestadt, 1. Abschnitt

Wien: Aspern Seestadt

Donnerstag, 15. Dezember 2016

In Bauwelt 12.2016 schreibt Christian Kühn über die Planungsgeschichte und den aktuellen Stand des Stadtentwicklungsprojektes Aspern Seestadt

> Artikel von Christian Kühn in BAUWELT

> Aspern Seestadt, 1. Abschnitt

Magaretenbad – Pool der Ideen

Dienstag, 13. September 2016

Ein städtisches Bad, erbaut 1928 von Architekten Eugen Székely und Bmst. Zerkowitz wurde 2008, durch die Gründung einer BürgerInneninitiative zur Erhaltung des Freibades, gerettet. Das Grundstück wäre zu Wohnbauzwecken verwertet worden. Die aktuelle Widmung ist “städtisches Grün, Sondernutzung Freibad”.
Zahlreiche  Aktivitäten rund um das Margaretenbad in Graz waren notwendig um in einem dicht verbauten Gebiet von Graz, mit einem Bevölkerungswachstum, dem Raubbau an Freiflächen entgegenzuwirken.

Kurzbeschreibung der Aktivitäten:
Soziale Skulptur: 80 Jahre Margaretenbad:

Frau Beiser und Frau Tornquist haben sich der Erhaltung eines traditionell wichtigen Ortes für die Wohnbevölkerung angenommen. Seit Generationen erfolgt dort informeller Meinungsaustausch unter freiem Himmel. Den unschätzbaren Wert für Jung und Alt haben die Aktivistinnen heuer zum 80. Jubeljahr dieser Institution in die Öffentlichkeit getragen. Es gab eine Ausstellung als exhibition in progress in der alle Erinnerungen und Ideen im Laufe der Badesaison gesammelt wurden. Ein Fest zum 80. Geburtstag des „Margerls“ fand statt, dessen Name auf das ertrunkene Kindermädchen der Gründerfamilie Zerkovitz, die „Margarete“, zurückzuführen ist. Das ist zum Beispiel eine der vielen Geschichten (oral history) – die es um das Traditionsbad gibt, sie wurden zu einem Buch gebunden und sollen für alle erhalten bleiben. Die Wünsche für die Zukunft kamen nicht zu kurz und wurden durch ein Kindermodell veranschaulicht.

Was Kinder sich wünschen:

+ das Dach als Wassertanzfläche, mit Rutsche ins Pool
+ ein hoher Sprungturm
+ ein grosses Trampolin
+ eine schöne, hohe Wandverkleidung (nord) voll mit Sonnenkollektoren
+ viele bunte Holzpritschen
+ mehr Grün, geheime Plätzchen und Winkerl
+ ein Kletterparcour über dem Babybecken
+ eine Jugendsportarena mit kleinem Vereinshäuschen

Broschüre-Auszug

Buchtipp aus 2011:
Architektur.Vergessen – Jüdische Architektur in Graz
Hg.:Antje Senarclens de Grancy/Heidrun Zettelbauer
Bölau Verlag, ISBN 978-3-205-78472-2

http://www.margerl.at

Die BürgerInneninitiative hat eine “Button-Maschine” gewonnen.